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"Ist es mit dem Wissen wie mit dem Sammeln?" (Wittgenstein: Über Gewißheit, 539)

media-narcissm: der größte Traum kann nur derjenige sein, abgebildet zu werden.

"Ist es mit dem Wissen wie mit dem Sammeln?" (Wittgenstein: Über Gewißheit, 539)

media-narcissm: der größte Traum kann nur derjenige sein, abgebildet zu werden.

»Aber schließt du eben nicht nur vor dem Zweifel die Augen, wenn du sicher bist?« - Sie sind mir geschlossen.
Ludwig Wittgenstein: Philosophische Untersuchungen. Frankfurt am Main 2006, S. 569 (via haseente)
Wenn man unter Ewigkeit nicht unendliche Zeitdauer, sondern Unzeitlichkeit versteht, dann lebt der ewig, der in der Gegenwart lebt.
Unser Leben ist ebenso endlos, wie unser Gesichtsfeld grenzenlos ist.
Ludwig Wittgenstein, Tractatus, 6.4311
…wie konnte ich denn sehen, daß diese Stellung zaghaft war, ehe ich wußte, daß sie eine Stellung und nicht die Anatomie dieses Wesens ist?
Ludwig Wittgenstein: Philosophische Untersuchungen. Frankfurt a.M.: Suhrkamp 1995, S.544.
Wann hatte alles angefangen? dachte er. Wann genau bin ich darin versunken? Ein dunkler, vage vertrauter aztekischer See. Der Albtraum. Wie da wieder rauskommen? Wie die Situation in den Griff kriegen? Und noch mehr Fragen: Wollte er überhaupt raus? Wollte er überhaupt alles hinter sich lassen? Außerdem dachte er: Der Schmerz ist nicht mehr wichtig. Und: Vielleicht hat alles mit dem Tod meiner Mutter angefangen. Und: Der Schmerz ist unwichtig, wenn er nur nicht zunimmt und unerträglich wird. Und: Scheiße, es tut weh, Scheiße, es tut weh. Unwichtig, unwichtig. Umgeben von Gespenstern.

Roberto Bolaño: 2666. Aus dem Spanischen von Christian Hansen, München 2009, S. 287.

[via abendgesellschaft]

(via walter-benjamin-bluemchen)

Wie sich schließlich alles einrenkt, das verdankt man der Geduld, der Zeit, die vergeht, der Erde, die sich dreht, daß alles sich einrenkt, daß die Erde sich nicht mehr dreht, die Zeit nicht mehr vergeht, die Leiden aufhören, man braucht nur zu warten, ohne etwas zu tun, das dient zu nichts, ohne etwas zu begreifen, das führt zu nichts, und alles renkt sich ein, nichts renkt sich ein, nichts, nichts, es wird nie enden, diese Stimme wird nie aufhören, ich bin allein hier, der erste und der letzte, ich habe niemanden leiden lassen, ich habe niemandes Leiden ein Ende bereitet, niemand wird kommen, um meinem ein Ende zu bereiten, sie werden nie gehen, ich werde mich nie rühren, ich werde nie Frieden bekommen, sie auch nicht, aber ihnen liegt ja nichts daran, sie sagen, daß ihnen nichts daran liegt, sie sagen, daß auch mir nichts daran liege, am Frieden, mag sein, wie sollte mir etwas daran liegen, was ist das, und diese Geschichte vom Leiden, was ist das, sie sagen, daß ich leide, mag sein, daß es mir besser ginge, wenn ich dies machte, wenn ich das sagte, wenn ich mich rührte, wenn ich begriffe, wenn sie schwiegen, wenn sie gingen, mag sein, was soll ich schon wissen, von diesen Dingen, was soll ich schon begreifen, von dem, was sie sagen, ich werde mich nie rühren, ich werde nie begreifen, ich werde nie sprechen, sie werden nie schweigen, sie werden nie gehen, sie werden mich nie kriegen, sie werden nie darauf verzichten, Punktum, ich lausche.
Samuel Beckett: Der Namenlose. Werkausgabe Edition Suhrkamp, Band 3. Frankfurt am Main 1976, S. 519f. (via walter-benjamin-bluemchen)
abeyance

Line breaks: abey|ance

Pronunciation: /əˈbeɪəns

NOUN
1: A state of temporary disuse or suspension;

1.1: [Law] The position of being without, or of waiting for, an owner or claimant.

Einmal /
an welchem Ort? /
rief mich jemand /
- »Schnell! Schnell!« /
zu sich /
über einen Weg /
und als ich zurückrief /
- »Ja! Ja!« /
und dann lief /
und dann ankam /
bemerkte ich zum ersten Mal /
daß ich /
früher als ich ankam /
gelaufen war.
(Peter Handke - Die Innenwelt der Außenwelt der Innenwelt)
the indifference of the space in between

(via midnightmartinis)

the indifference of the space in between

(via midnightmartinis)

radiance

radiance